Gutachter für Elektro- und Hybridfahrzeuge

Der Anteil der Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen steigt, wenn auch derzeit noch mit angezogener Handbremse. Immerhin wächst die Dynamik des Marktes. Das zeigen Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA): Ihnen zufolge erreichten die kumulierten Neuzulassungen Ende September 2019 die Zahl von 274.000 Elektro-Pkw. Zum 1. Oktober betrug der Fahrzeugbestand 211.000 Pkw.

Mit der Entwicklung leistungsfähigerer Batterien und Technologien, die eine größere Reichweite bei gesunkenen Kosten ermöglichen, wird der Markt der Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich stark wachsen. Das bezieht sich nicht nur auf klassische Pkw, sondern auch auf andere elektrisch betriebene Fahrzeuge wie zum Beispiel E-Scooter, E-Roller und E-Bikes.

Damit verbunden wird aber auch die Wahrscheinlichkeit für Unfälle ansteigen, an denen mindestens ein elektrisch betriebenes Fahrzeug beteiligt ist. Solche Unfälle stellen besondere Herausforderungen an die Beteiligten: So gilt es zum Beispiel, spezielle Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen, die sich im Zusammenhang mit dem elektrischen Antrieb und insbesondere der Batterie ergeben.

Rettungskräfte, Pannenhelfer und auch Gutachter müssen im Umgang mit möglichen Gefahren und Risiken und auch im Hinblick auf besondere Schäden und Schadensmuster vorbereitet sein, die sich im Zusammenhang mit Elektromobilität ergeben können.

Gutachter benötigen eine entsprechende Ausbildung bzw. eine geeignete Zertifizierung, um Untersuchungen an beschädigten oder verunfallten Elektrofahrzeugen vornehmen zu dürfen.

Wir verfügen über eine solche Zertifizierung und sind daher qualifiziert, Ihnen im Falle eines Unfalls und / oder Schadens in Verbindung mit ihrem Elektro- oder ihrem Hybridfahrzeug weiterhelfen zu können.

 

Der Unterschied zwischen Elektro- und Hybridfahrzeugen

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Elektro- und Hybridfahrzeugen ist, dass Elektrofahrzeuge rein elektrisch betrieben werden, während Hybridfahrzeuge eine Kombination aus Elektro- und Benzinmotoren verwenden. Im Bereich der Hybridfahrzeuge gibt es wiederum eine große Bandbreite verschiedener Varianten:

 

Voll-Hybrid

Ein Voll-Hybrid verfügt über eine Kombination aus einem Benzinmotor sowie einem oder mehreren Elektromotoren. Ein Voll-Hybrid kann komplett elektrisch fahren. Das unterscheidet ihn vom sogenannten Mild-Hybriden. Ein Voll-Hybrid hat aber aufgrund seiner meist kleinen Batterie nur eine geringe elektrische Reichweite.

Insbesondere im Stadtbetrieb und bei geringen Geschwindigkeiten fahren Voll-Hybride meist rein elektrisch. Sie lassen sich nicht mit einer externen Quelle aufladen. Die Aufladung erfolgt durch den Betrieb des eingebauten Verbrennungsmotors.

Ein weiteres Merkmal von Voll-Hybriden ist die sogenannte Rekuperation, also die Zurückgewinnung von Energie vor allem über die Bremsen.

Ein Vorteil von Voll-Hybriden ist der vergleichsweise günstige Preis, der sich auf ähnlichem Niveau wie die konventionellen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bewegt.

 

Mild-Hybrid

Bei einem Mild-Hybrid unterstützen einer oder mehrere Elektromotoren den Benzinmotor beim Beschleunigen und im Fahrbetrieb. Das Fahrzeug kann aber nicht rein elektrisch betrieben werden.

Ein Vertreter dieser Kategorie ist der 48-Volt-Mildhybrid. Neben der Unterstützung des Fahrbetriebs dienen die Elektromotoren hier auch als Generatoren, um beim Fahren Strom zu erzeugen. Dies kann sich begünstigend auf den Verbrauch des Fahrzeugs auswirken, weil der benötigte Hubraum des Verbrennungsmotors sinkt.

 

Plug-in-Hybrid

Plug-in-Hybriden, auch Steckdosen-Hybriden genannt, haben ihren Namen von der Möglichkeit, sie auch über eine externe Stromquelle, also per Steckdose, aufzuladen. Das unterscheidet sie von den zuvor genannten Voll-Hybriden.

Eine gängige Bezeichnung für Plug-in-Hybride ist auch PHEV, was für „plug-in hybrid electric vehicle“ steht.

Plug-in-Hybride bieten eine größere elektrische Reichweite als Voll-Hybride, meist über 50 Kilometer. Ein Nachteil dieser Variante ist das recht hohe Gewicht der Fahrzeuge, da sowohl Benzin- als auch Elektromotor für den Alleinbetrieb dimensioniert sind. Das sorgt außerdem für einen höheren Preis

 

Serieller Hybrid

Bei einem seriellen Hybrid wirkt der Verbrennungsmotor nicht auf den Antrieb, sondern dient lediglich dazu, die Batterie für den Elektromotor aufzuladen. Dazu treibt er einen Generator an. Der Vorteil dabei ist, dass der Verbrennungsmotor in dieser Betriebsart gleichmäßiger arbeiten kann, als wenn er als Antriebsmotor fungieren würde.

 

Micro-Hybrid

Micro-Hybride sind im Grunde reine Verbrennungsfahrzeuge. Als Micro-Hybride werden solche Fahrzeuge bezeichnet, die über eine Start-Stopp-Funktion verfügen. Moderne Fahrzeuge schalten den Verbrennungsmotor nicht erst bei Stillstand ab, sondern bereits beim Ausrollen.

In einzelnen Fällen können einer oder mehrere Elektromotoren auch beim Anfahren oder Beschleunigen unterstützen.

 

Unfälle mit Elektrofahrzeugen

Kommt es zu einem Unfall mit einem Elektrofahrzeug, sind einige Besonderheiten zu beachten. Sind Sie Beteiligter eines Unfalls mit einem Elektrofahrzeug, sollten Sie sich nicht vorschnell Angebote der gegnerischen Versicherung akzeptieren. Diese bietet Ihnen zum Beispiel häufig die Dienste eines von ihr bestellten Gutachters an.

Gerade im Bereich der Elektrofahrzeuge kommt es aber auf eine genaue Sachkenntnis an. Sofern Sie den Unfall nicht selbst verschuldet haben, steht ihnen die Beauftragung eines Gutachters Ihrer Wahl auf Kosten der gegnerischen Versicherung zu. Nehmen Sie daher Kontakt mit einem Gutachter auf, der über die notwendige Expertise zu Elektrofahrzeugen verfügt.

 

Das Abschleppen eines Elektrofahrzeugs

Beim Abschleppen eines Elektrofahrzeugs sind zusätzliche Vorkehrungsmaßnahmen relevant.

Wichtig ist vor allem, dass die angetriebene Achse beim Abschleppen keinen Straßenkontakt hat. Wird die betreffende Achse bewegt, treibt diese nämlich den Elektromotor an, der dann als Generator arbeitet und Strom erzeugt. Dadurch könnte die Elektronik des Fahrzeugs beschädigt werden.

Sind beide Achsen mit einem Antrieb versehen, muss das betreffende Fahrzeug komplett auf das Abschleppfahrzeug geladen werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abschleppdienste sowie des ADAC und anderer Pannenhelfer sind normalerweise im Abschleppen von Elektrofahrzeugen geschult.

 

Spezielle Risiken nach einem Unfall mit einem Elektrofahrzeug

Wenn es zu einem Unfall mit Beteiligung eines oder mehrerer Elektrofahrzeuge kommt, ergeben sich im Vergleich zu Unfällen mit konventionellen Kraftfahrzeugen zusätzliche Risiken. Diese werden vor allem durch die in Elektro- und Hybridfahrzeugen verbauten Batterien verursacht.

Normalerweise sind elektrisch betriebene Fahrzeuge so konstruiert, dass der Stromkreis bei einem Unfall sofort abgeschaltet wird. Wenn es aber zu einer Verformung der Batterie kommt, kann dies die Stabilität des Stromspeichers beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem „Thermal Runway“ kommen, und die Zellen brennen durch.

Wie der ADAC untersucht hat, ist das Risiko eines Fahrzeugbrands jedoch vergleichsweise gering.

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/e-mobilitaet/info/sicherheit-elektroauto/

Der Grund dafür: Batterien sind meist an recht sicherer Stelle im Unterboden des Fahrzeugs verbaut. Weder bei einem simulierten Frontal-Crash noch bei einem seitlichen Aufprall mit Rammbock oder Pfahl war in den Tests die Batterie gefährdet gewesen. Das wurde anhand mehrerer Fahrzeugmodelle geprüft, unter anderem mit einem Tesla Model 3 und einem Jaguar I-Pace. Doch auch kleine Elektroautos wie der VW e-up! erwiesen sich im Test als sicher. Sie erhielten alle die vollen 5 Sterne.

In besonderen Fällen wie zum Beispiel beim Bergen eines Elektrofahrzeugs aus Wasser oder Schnee müssen zudem weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um das Risiko eins Stromschlags für die Beteiligten auszuschließen.

 

Spezielle Schäden an Elektrofahrzeugen

Reine Elektrofahrzeuge sind grundsätzlich weniger anfällig für Schäden als Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Das liegt an der vergleichsweise einfacheren Technik. Im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren mit ihrer großen Zahl an beweglichen Verschleißteilen sind Elektromotoren sehr einfach aufgebaut. Dazu kommt, dass bei rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen kein Getriebe benötigt wird, das ebenfalls ein Verschleißteil bei konventionellen Kraftfahrzeugen darstellt.

Bei Hybridfahrzeugen sieht das anders aus: Weil hier mehrere Antriebstechnologien zum Einsatz kommen, ist die Komplexität der Fahrzeuge und damit das Potential für mögliche Schäden entsprechend größer.

Das größte Schadenspotential bei Elektrofahrzeugen stellt der Akku dar. Er bildet die Schwachstelle der Fahrzeuge. Ein beschädigter Akku kann teuer werden: Um die 10.000 Euro kann der Stromspeicher kosten. Kommt es zu einer Beschädigung des Akkus, dann liegt aufgrund des hohen Preises für diese Fahrzeugkomponente schnell ein Totalschaden vor.

Normalerweise sind Akkus jedoch mit einer langjährigen Garantie versehen, die gegen Schäden oder ein Nachlassen der Leistung absichert, sobald ein bestimmtes Leistungsniveau unterschritten wird.

 

Der Akku – oftmals nur gemietet oder geleast

Eine weitere Besonderheit unterscheidet viele Elektrofahrzeuge von klassischen Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor: Ein Teil der Elektrofahrzeuge ist nämlich oftmals nur gemietet bzw. geleast. Es handelt sich dabei um den Akku. Viele Fahrzeugersteller bieten eine Batteriemiete an. Damit verbleibt der Akku im Eigentum des Anbieters.

Kommt es zu einem Unfall, müssen die speziellen Eigentumsverhältnisse berücksichtigt werden. So ist auch darauf zu achten, den Hersteller zu informieren und die bestehenden Versicherungsverhältnisse zu prüfen.

In all diesen Fragen bieten wir Ihnen als geschulte und fachkundige Gutachter für Elektrofahrzeuge unsere Unterstützung an. So können Sie sicher sein, dass nichts vergessen wird.

 

Elektrofahrzeuge erfordern zusätzliche Expertise

Ganz gleich, ob Sie ein reines Elektrofahrzeug oder ein Fahrzeug mit Hybridantrieb nutzen: Kommt es zu einem Schaden oder zu einem Unfall, sollten Sie die Leistungen von Experten in Anspruch nehmen. Auch wenn Elektrofahrzeuge grundsätzlich weniger anfällig für Schäden sind, kann es vor allem im Zusammenhang mit dem Akku teuer werden.

Sollten Sie in einen Unfall verwickelt sein, den Sie selbst nicht verschuldet haben, steht Ihnen das Recht zu, einen Gutachter Ihrer Wahl zu beauftragen. Wir sind auf die Prüfung und die Begutachtung von Elektro- und Hybridfahrzeuge spezialisiert und stehen Ihnen mit unserer Expertise zur Verfügung.